Der erste richtige Tourtag bringt Erschütterungen mit sich. Waren bis zum Hotel die Straßen noch asphaltiert, kann man bei der Zufahrtsstraße zum Museum von Memphis, der alten Hauptstadt Ägyptens, davon nicht mehr sprechen. Auf einer Schotterpiste geht es durch die Stadt zum Museum.
Weiter geht es nach Sakkara, einer Nekropole in der Nähe von Memphis. Und hier dann gleich zwei Premieren: unser erstes Kamel in freier Wildbahn und unsere erste Pyramide (wenn auch nur Stufenpyramide). Allerdings ist man hier schon touristischer erschlossen, was die fliegenden Händler und Bettler anlockt. Überall wird man angeschnorrt: 20 Postkarten für 1 EUR und viel Nutzloses mehr. Am Besten gefiel mir aber der Kamelreiter, der auf mich zu ritt und mich anquatschte: “Wolle Photo? Kamel? Hoppe hoppe Reiter?” Ich möchte mal wissen, welcher deutschsprachige Tourist ihm das beigebracht hat.
Neuerdings ist scheinbar noch nicht einmal der Rechtsverkehr bindend in Ägypten: die Fahrbahnen je Fahrrichtung waren durch einen kleinen Kanal räumlich getrennt und alle 500 m durch eine kleine Brücke verbunden. Auf der Fahrt vom Hof des Restaurants, wo zu Mittag gespiesen wurde, wird aber nicht rechtsherum abgebogen, um an der nächsten Brücke dann zu wenden, nein, man fährt einfach erstmal gegen die Fahrtrichtung bis zur nächsten Brücke zurück. Wäre auch noch erträglich, wenn nicht gleichzeitig einem zwei Lastwagen entgegenkämen, die gerade in ein wildes Überholmanöver verstrickt sind… Herzkaspar, ick hör’ Dir kommen…
Nachmittags ging es weiter zum einzigen erhaltenen Weltwunder, der vormals sieben: die Pyramiden von Gizeh. Und ich stelle fest: je größer die touristische Attraktion, je dreister und aufdringlicher die Händler.
Um 15 Uhr war dann die Besichtungstour beendet: es ist Ramadan und die Sphinx schließt schon um 15 Uhr, weil in 2 Stunden der Sonnenuntergang beginnt und da will man als Aufseher rechtzeitig zu Hause sein.
Was bleibt vom Tag? Ein Nachmittag im Hotelpool, abends kreist in der Reisegruppe die Wasserpfeife und nachmittags um 17 Uhr wird die Hotelanlage zwischen den Bungalows mit Insektenvertilgungsmittel völlig eingenebelt…