Archiv für Oktober 2005

Schwitzen im Tal der Könige

Sonntag, 09. Oktober 2005

Hatschepsut-Tempel Leute, ich bin ja hart im Nehmen, was Temperaturen betrifft, aber heute vormittag im Tal der Könige war es dann doch recht heftig. Unser Reiseführer hatte die Besichtigung schon so gelegt, daß man spätestens um 12 Uhr mittags wieder abfahren kann, aber die Hitze war da schon in diesem Tal extrem. Auch am frühen Morgen am Terrassentempel der Hatschepsut war schon fleißig Schwitzen angesagt. Und weil Touristen zu faul zum Laufen sind, werden kleine Shuttle-Busse vom Bus-Parkplatz zum Tempel eingesetzt, die 300m hätte man auch Laufen können. Naja, wenn das ägyptische Tourismusministerium das so will, bitte, albern ist es trotzdem. Aber sehenswert, ein sehr beeindruckendes Bauwerk.

Sonnenuntergang am Nil Heute Abend hat dann das Schiff abgelegt und will heute Nacht die Schleuse von Esna durchqueren. Wenn alles glatt geht, wache ich morgen früh an den Anlegestellen von Esna wieder auf :) . Zum Abschluß gab es heute vor dem Abendessen noch den großen “Sundowner-Foto-Contest” ;) .

Einschiffen…

Samstag, 08. Oktober 2005

Karnak-Tempel Heute zu nachtschlafender Zeit sind wir in Kairo zum Airport gefahren. Und das alles nur, um bereits um 7 Uhr morgens im Karnak Tempel bei Luxor zu sein. Das hat seine Vorzüge: es ist noch recht kühl, nur um die 28 Grad Celsius ;) und es laufen noch nicht so viele Touristengruppen dort herum. Den Tempel kennen eingefleischte James-Bond-Fans aus dem Film “Der Spion, der mich liebte”. Insbesondere der große Säulensaal ist unheimlich beeindruckend.

Achim an einer Säule der großen Säulenhalle des Karnak-Tempels Nach der Besichtigung war Einschiffen angesagt. Auf geht es auf den Kreuzfahrtdampfer, unsere schwimmende Bleibe für die nächsten Tage. Oberdeck, Außenkabine: perfekt. Nur zum Speisesaal ist es etwas weit. ;)

Am Abend haben wir dann noch einmal den Karnak-Tempel besucht: zur großen Licht- und Ton-Show. Die ist absolut empfehlenswert und man sollte sie, wenn man Gelegenheit hat, unbedingt mitmachen. Der Dampfer legt heute auch nicht mehr ab, morgen geht es in das Tal der Könige und zum Hatschepsut-Tempel.

Mohammed Ali, Tut-Ench-Amun und stinkendes Geld

Freitag, 07. Oktober 2005

Ich bin mir nicht sicher, wie lange ich nicht mehr eine so dreckige Luft geatmet habe. Egal, auf geht es zur Zitadelle von Kairo. Man hat einen herrlichen Ausblick über den Molloch, aber leider auch die Dunstglocke, die eine weitere Aussicht verhindert. Unser Reiseführer meint, der Dunst läge im heutigen Wetter begründet. Ja, ‘ne, is’ klar…

Beim Besuch der Mohammed-Ali-Moschee (nein, nicht der Boxer) stelle ich mir dann die Frage: wenn, wie unser Führer behauptet, keine Moschee prächtig geschmückt sein darf, wie sähe dann bitte erst eine prächtige Moschee aus???

Blick von der Zitadelle über den Dunst von Kairo

Mittags haben wir dann noch das ägyptische Nationalmuseum besucht und den Grabschatz des Tut-Ench-Amun inspiziert. Wenn ich ehrlich bin: ohne den Grabschatz wäre das Museum nur halb so interessant. Es gibt besser aufbereitete und interessantere Museen…

Was habe ich heute gelernt? Geld stinkt nicht – da kannte man noch keine ägyptischen Piaster-Scheine. Das Wechselgeld, was ich beim Mittagessen bekommen habe, stinkt, als wäre es schon für andere Sachen mißbraucht worden. Apropos: im ägyptischen Museum wird auf der Toilette das Klopapier nach Trinkgeld zugeteilt. Ein halber Meter ist für 1 Pfund, ein ganzer für 2 Pfund bei der Toilettenaufsicht zu erwerben. Wer Glück hat, bekommt eine Restrolle…

Fahre Memphis

Donnerstag, 06. Oktober 2005

Souvenirbuden auf dem Museumsgelände von Memphis Der erste richtige Tourtag bringt Erschütterungen mit sich. Waren bis zum Hotel die Straßen noch asphaltiert, kann man bei der Zufahrtsstraße zum Museum von Memphis, der alten Hauptstadt Ägyptens, davon nicht mehr sprechen. Auf einer Schotterpiste geht es durch die Stadt zum Museum.

Heb-Sed-Hof mit der Stufenpyramide von Sakkara im Hintergrund Weiter geht es nach Sakkara, einer Nekropole in der Nähe von Memphis. Und hier dann gleich zwei Premieren: unser erstes Kamel in freier Wildbahn und unsere erste Pyramide (wenn auch nur Stufenpyramide). Allerdings ist man hier schon touristischer erschlossen, was die fliegenden Händler und Bettler anlockt. Überall wird man angeschnorrt: 20 Postkarten für 1 EUR und viel Nutzloses mehr. Am Besten gefiel mir aber der Kamelreiter, der auf mich zu ritt und mich anquatschte: “Wolle Photo? Kamel? Hoppe hoppe Reiter?” Ich möchte mal wissen, welcher deutschsprachige Tourist ihm das beigebracht hat.

Neuerdings ist scheinbar noch nicht einmal der Rechtsverkehr bindend in Ägypten: die Fahrbahnen je Fahrrichtung waren durch einen kleinen Kanal räumlich getrennt und alle 500 m durch eine kleine Brücke verbunden. Auf der Fahrt vom Hof des Restaurants, wo zu Mittag gespiesen wurde, wird aber nicht rechtsherum abgebogen, um an der nächsten Brücke dann zu wenden, nein, man fährt einfach erstmal gegen die Fahrtrichtung bis zur nächsten Brücke zurück. Wäre auch noch erträglich, wenn nicht gleichzeitig einem zwei Lastwagen entgegenkämen, die gerade in ein wildes Überholmanöver verstrickt sind… Herzkaspar, ick hör’ Dir kommen…

Achim und Christian vor den Pyramiden von Gizeh

Nachmittags ging es weiter zum einzigen erhaltenen Weltwunder, der vormals sieben: die Pyramiden von Gizeh. Und ich stelle fest: je größer die touristische Attraktion, je dreister und aufdringlicher die Händler.

Um 15 Uhr war dann die Besichtungstour beendet: es ist Ramadan und die Sphinx schließt schon um 15 Uhr, weil in 2 Stunden der Sonnenuntergang beginnt und da will man als Aufseher rechtzeitig zu Hause sein.

Was bleibt vom Tag? Ein Nachmittag im Hotelpool, abends kreist in der Reisegruppe die Wasserpfeife und nachmittags um 17 Uhr wird die Hotelanlage zwischen den Bungalows mit Insektenvertilgungsmittel völlig eingenebelt…

Der Dunst von Kairo

Mittwoch, 05. Oktober 2005

Seit heute bin ich wieder groß on Tour. Und erstmals betrete ich um etwa 19:30 Uhr afrikanischen Boden: willkommen im Smog von Kairo. Beim Anflug habe ich mich schon gewundert, warum das draußen alles so diesig ist über der hell erleuchteten Stadt. Beim Aussteigen aus dem Flugzeug dann merke ich es: über dieser Stadt schwebt eine riesige Dunstglocke aus Abgasen. Das Ganze ist dann natürlich schön aufgeheizt bei 29 Grad. Na dann, auf geht es ins Abenteuer. Und das beginnt dann gleich mit einer Fahrt in einem kleinen Reisebus quer durch Kairo zum Hotel am anderen Ende der Stadt. Und das alleine ist ein Abenteuer. Wer so einen Verkehr noch nicht erlebt hat, wird das kaum glauben: Auf dreispurigen Straßen wird mindestens fünfspurig gefahren, gehupt wird eh ständig, überholt auch, Verkehrszeichen sind zum Ignorieren gemacht, was insbesondere für Ampeln gilt. Ein herrliches Chaos. Morgen dann mehr…

Was ich übrigens noch sehr bemerkenswert fand: auf dem Flug mit Egypt Air hatten wir einen weiblichen Flugkapitän. Und das bei einer staatlichen Fluglinie eines islamisch geprägten Landes. Das hat mich schon erstaunt…