Archiv für September 2009

Fjord und Wale

Mittwoch, 30. September 2009

Indian Summer neben der Straße So langsam geht es in die Wildnis: gestern sind wir landschaftlich äußerst reizvoll auf dem Highway 175 durch das Reserve Founique des Laurentides bis nach Chicoumiti am Saguenay-Fjord gefahren und nach kurzem Aufenthalt weiter entlang des Fjordes auf dem Highway 170 gen Osten. An dieser Stelle sei ein Abstecher in das kleine Örtchen Anse-a-Tabatiere empfohlen, welches an einem Abzweig des 170 im Ort L’Anse-Saint-Jean erreichbar ist und malerisch am Fjord liegt. Ansonsten bleibt festzuhalten: die Landschaft entwickelt sich :) Es wird einsamer und bunter.
Indian Summer
Angekommen sind wir am Ende des gestrigen Tages im netten kleinen Örtchen Saint Simeon direkt am Sankt-Lorenz-Strom und haben dort ein wirklich nettes Motel gefunden, mit einem wirklich tollen Ausblick von jedem Zimmer-Balkon:
Ausblick vom Balkon des Motel Vue Belvedere auf den St. Lorenz Strom
Der Ort ist irgendwie faszinierend. Zum Essen stehen zwei relativ schmierige Truck-Stops zur Verfügung, in denen zum einen kein Englisch mehr verstanden wird, und zum zweiten das Essen eher aus Fett denn anderen Zutaten besteht ;) Zudem gibt es noch einen kleinen Supermarkt, in dem einen die Besitzerin fast mit Handschlag begrüßt und natürlich ein nettes französiches Wort übrig hat :)

Wal im St. Lorenz Strom Tadoussac Der schöne Ausblick und die Wetterausichten haben uns dazu verleitet, einen Tag länger hier zu bleiben und dann heute eine Whale-Watching-Tour zu unternehmen. Die Tour startet im Nachbarort Baie-Ste-Catherine mit speziellen Schiffen raus in den Sankt-Lorenz-Strom. Zu sehen gibt es in der Tat Wale, in diesem Zwergwale und Finnwale, Blauwale sollen auch hin und wieder zu beobachten sein, waren uns aber leider nicht vergönnt. Das Dumme beim Fotografieren von Walen ist übrigens, daß man leider nie weiß, wo einer auftaucht. Und hat man ihn gerade anvisiert, ist er auch schon wieder abgetaucht. Verflixtes Problem ;)
Indian Summer
Morgen geht es dann weiter Richtung Montreal, mal sehen, ob uns das Wetter diesmal wohlgesonnener ist.

Man spricht Französisch…

Montag, 28. September 2009

Eigentlich haben wir gestern nur eine Provinzgrenze überfahren, aber irgendwie sind wir in einer anderen Welt gelandet. “Welcome to Quebec” stand auf dem Schild am Highway, das waren so ziemlich die letzten englischen Worte für lange Zeit. Seither verstehen wir weitestgehend Bahnhof ;) Nachdem wir uns vorgestern noch bis Montreal durchgekämpft und sogar noch ein Hotel gefunden haben, hat uns das Wetter gestern dazu verleitet, Montreal ganz schnell wieder Richtung Norden zu verlassen und auf dem Rückweg lieber einen zweiten Versuch zu unternehmen, diese Stadt zu erkunden. Also ging es gestern im strömenden Regen nordwärts, Richtung Quebec City. Bemerkenswert am gestrigen Tage war dann eigentlich nur noch die Tatsache, daß die Geschäfte der Mall, die dem Hotel gegenüber lag, bereits um 17:30 Uhr schlossen, was ich für nordamerikanische Verhältnisse recht ungewöhnlich finde.

Château Frontenac in Quebec Karnickel Crossing in Quebec Heute ging es dann zur großen Besichtigungstour in die Stadt. Quebec die einstige Bastion der Franzosen gegen die Briten, und das sieht man der Stadt auch an. Als einzige nordamerikanische Stadt hat sie noch ihre Befestigungsanlagen intakt erhalten. Ein Rundgang in der Altstadt ist sehr reizvoll, und es fällt einem schwer, zu realisieren, daß man eigentlich in Kanada ist. Die amerikanischen Autos auf den Straßen verraten es einem am ehesten ;) Ansonsten hat die Altstadt sich den Charme einer französischen oder flämischen Kleinstadt bewahrt: viele kleine Straßen und Gassen mit netten Cafes, Bistros und kleinen Läden, einfach malerisch. Dieses Bild setzt sich in der unteren Altstadt unterhalb der Befestigungsanlagen fort. Wahlweise kann man mit einem Schrägaufzug herunter- bzw. herauffahren, man kann aber auch Treppen oder die Straße nehmen. Über allem thront majestätisch das Wahrzeichen der Stadt, das Château Frontenac. Man sollte sich also ausreichend Zeit nehmen, um in aller Ruhe durch die Stadt zu bummeln, es lohnt sich in meinen Augen.

Altes Kanada

Samstag, 26. September 2009

Erntebogen im Upper Canada Village Auf dem Weg nordwärts haben wir heute einen Abstecher zum Upper Canada Village gemacht, eine recht groß geratenes Freilichtmuseum. Es liegt ziemlich direkt am Highway von Kingston nach Montreal und ist beschilderungstechnisch kaum zu verfehlen (was in Kanada schon etwas heißen will, wie ich in den letzten Tagen gelernt habe; Beschilderungen waren dann doch eher Glücksache oder wenig eindeutig).

Kutschfahrt im Upper Canada Village Stilleben im Upper Canada Village Nun also auf ins Upper Canada Village und man fühlt sich direkt zurückversetzt in die Zeit der Besiedlung Kanadas. Die Angestellten tragen alte Siedler-Kostüme und auch die Einrichtungen vermitteln den Eindruck des “Muffs der Jahrtausende” ;) In den Handwerkshäusern wird einem das Handwerk demonstiert, wie es wie es zur Zeit der Siedler praktiziert wurde. Alles in allem ein sehr interessanter und netter Nachmittag. Nun geht es weiter auf Hotelsuche in Montreal :)

Fazit vom Tage: billige kanadische Kaugummikugeln aus dem Automaten machen fürchterlich blaue Zungen :)

Heimat des Salat-Dressings

Freitag, 25. September 2009

Toronto: Glasfußboden im CN-Tower Heute muß ich zunächst einmal für den gestrigen Tag nachreichen, daß wir doch noch den CN-Tower von Toronto erklommen haben. :) Auf dem Weg von Niagara Falls nordwärts nach Kingston kommt man eh in Toronto vorbei und das Wetter paßte, also haben wir den CN-Tower-Besuch fix nachgeholt. Ziel war die in 386m Höhe befindliche Aussichtsplattform, deren Besonderheit der Plexiglas-Fußboden ist :) . Wer meint, daß er Hochfahren könne und den Glasfußboden ja nicht betreten müsse, weil er nicht schwindelfrei ist, sollte besser gleich unten bleiben, denn der Fahrstuhl hat ebenfalls einen Glasfußboden ;)

One of Thousands Islands One of Thousands Islands Nun aber zum heutigen Tage, an dem wir uns in Kingston getummelt haben, einem netten Städtchen am St.-Lorenz-Strom und Ausgangspunkt zu einer mehrstündigen Rundfahrt mit dem Schiff durch die Thousand Islands, der Heimat des gleichnamigen Salat-Dressings ;) . Eine Vielzahl kleiner Inseln in mehrheitlich Privatbesitz liegen hier im St.-Lorenz-Strom, landschaftlich unheimlich reizvoll. Und zum ersten Mal erblicken wir einen der Gründe, warum wir diese Kanada-Tour machen wollten: bunt und vor allem rot leuchtende Bäume :)

Fallende Wasser

Mittwoch, 23. September 2009
Achim an den Niagara Falls Wenn man schon einmal in der Gegend ist, darf ein Besuch an den Niagarafällen nicht fehlen. Allerdings fing der Tag dann doch wieder mit gemischt durchwachsendem Wetter an. Das hat uns aber nicht davon abgehalten, von Toronto entlang des Ontario-Sees Richtung Niagara River zu fahren. Da die Strecke von Toronto dann doch eher ein Katzensprung ist ;) , haben wir vormittags zunächst in Niagara-On-The-Lake Station gemacht. Dieser Ort ist ein Geheimtipp: ein wirklich malerisches Örtchen, in daß sich jederzeit ein Abstecher lohnt. Gegen Mittag ging es dann weiter südwärts entlang des Niagara Rivers nach Niagara Falls und endlich zu den weltberühmten Wasserfällen.

Niagara Falls

Der Nachmittag in Niagara Falls war traumhaft: Sonnenschein und warmes Wetter, tolles Ausflugswetter. Wir haben uns im Michael’s Inn Motel eingemietet, was auch eine Empfehlung wert ist. Ein nettes Motel zu akzeptablen Preisen im Stile der 50er Jahre und in Reichweite der Fälle. Niagara Falls ist auf kanadischer Seite eine Attraktion der Art Klein-Las-Vegas. Das muß man sich nicht zwingend geben. Aber man kann auch sehr gut an einer schönen Promenade mit tollen Aussichtspunkten an den Fällen entlang wandern. Eine besondere Attraktion ist eine Bootsfahrt auf der “Maid of the Mist”. Der Plastik-Regen-Cape ist im Fahrtpreis inklusive und wird auch dringend gebraucht (auch wenn er aussieht, wie ein Müllsack und die Reisegruppe wie eine Schlumpfenparade ;) ). Die Fahrt geht direkt an den Fällen entlang und in das Herz der u-fömigen Horseshow-Falls auf kanadischer Seite. Ein wirklich beeindruckendes Spektakel :) Leicht seekrank werdende Personen sollte sich das Vergnügen vielleicht dann doch nicht gönnen, es schaukelt doch arg  ;)

Niagara Falls by night Niagara Falls by night Eine weitere Attraktion stellen die Fälle bei Nacht dar. Ab 21 Uhr werden sie farbig beleuchtet mit wechselnden Farben. Und weil die großen Fälle nicht reichen, illuminiert man Springbrunnen und ähnliches auch gleich mit ;) Wenn man die Zeit hat, sollte man sich das auf alle Fälle auch ein mal ansehen.