Archiv für die Kategorie ‘Italien’

Rom per pedes

Dienstag, 30. September 2008

Wie erkundet man Rom am Besten? Schwierige Frage, aber die meisten Sehenswürdigkeiten kann man zu Fuß erreichen, warum also nicht Rom per Pedes machen.

Stadionfeeling im Kolosseum Los geht es mit der U-Bahn zum Kolosseum, dem Vorbild für jedes moderne Fußballstadion :) Das Kollosseum ist , wie der Name schon sagt, ein wahrhaft kollossales Bauwerk. Beeindruckend ist, wenn man vom Mittelrang in die Arena schaut. Der Oberrang ist leider nur noch als Außenmauer erhalten und nicht mehr begehbar. Da die Eintrittskarte zum Kolosseum (Kosten: 4 EUR) auch gleichzeitig für den Palatin und das Forum Romanum gilt, kann man hier gleich einen netten Spaziergang folgen lassen. Sehr bemerkenswert ist, zu sehen, wie tief das Forum Romanum unterhalb des heutigen Straßenniveaus von Rom liegt. Viel ist leider nicht mehr erhalten geblieben und bei der Sonne, die nun mittags hernieder scheint, möchte ich diesen Platz auch nicht im Hochsommer besuchen. Gut, daß wir Herbst haben :)

Forum Romanum

Säulen des Tempels von Castor und Pollux auf dem Forum Romanum Nach kurzer Stärkung weiter im Besichtungsprogramm. Ein Besuch des Piazza Campo di Fiori, auf dem gerade der Wochenmarkt stattfindet, weiter zur Piazza Navona mit ihren charakteristischen Brunnen. Leider wurde der Eindruck des Platzes durch eine derzeit aufgebaute Bühne und durch die Einrüstung des zentralen Brunnes zu Sanierungszwecken getrübt. Trotzdem wimmelt es von Straßenkünstlern, die ihre Bilder und Dienste anbieten. Von hier aus ist es nur ein Katzensprung weiter zum Pantheon, einem der größten Kuppelbauten der Antike. Die Kuppel ist größer, als die des Petersdoms. Was das Pantheon interessant macht, ist zum einen, daß es ein römischer Tempel war, der zur katholischen Kirche “umgeweiht” wurde, und daß es bei Regen durch ein 9 Meter großes Loch im Dach hereinregnet.

Fontana di Trevi Wenn man dann noch laufen kann, geht man vom Pantheon am einfachsten der Ausschilderung zum beeindruckensten Brunnenbauwerk Roms weiter: dem Fontana di Trevi, kurz: Trevibrunnen. Und wenn man bis dahin gemeint hat, in Rom sei im Herbst nichts los und die Straßen und Sehenswürdigkeiten nicht mehr so überfüllt, der weiß spätestens nun, wo alle sind: sie drängeln sich um den Trevibrunnen. Er liegt unscheinbar an einem kleinen Platz an eine Seitenstraße, aber dieser Platz ist voll mit Leuten. Der Brunnen scheint die Attraktion schlechthin zu sein ;) .

Wenn die Füße einen noch tragen, und das taten sie, kann man abschließend noch die Spanische Treppe besuchen. Und wenn man schon mal da ist, erklimmt man sie auch. Einen warnenden Tipp jedoch zum Abschluß: die Tauben am Piazza di Spagnia haben eine üppige Verdauung, haltet stets Obacht, sonst bekommt das Hemd schnell einen Flecken, ich weiß, wovon ich spreche :)

Hurra, sie fliegen noch…

Montag, 29. September 2008

Airbus A319-100 der Alitalia am Gate auf dem Flughafen München Die letzten Tage hatten ein wenig was von Abenteuer. Ich wollte nach Rom, ich wollte fliegen und ich habe gebucht – bei Alitalia. Dummerweise war im Juni zum Zeitpunkt der Buchung die Lage der Fluggesellschaft noch nicht so finster wie jetzt. Aber heute morgen kam dann die Erleichterung: sie fliegen immer noch (und sie werden mich wohl auch am Freitag zurück fliegen :) ). Also auf in den Airbus und nach Rom. Man merkt übrigens schon, daß die Fluggesellschaft marode ist. Sehr gepflegt war der Innenraum der Maschine nicht (fehlende Schrauben an Tischen, abgewetzte Sitze, etc.)

Engel der Ponte Sant'Angelo vor der Engelsburg Aber egal, wir sind wohlbehalten in Rom angekommen, und das ist die Hauptsache. Heute haben wir dann die Zeit nach dem Einchecken im Hotel erstmal dazu genutzt, ein wenig die Umgebung des Hotels zu erkunden: ein Spaziergang zur Engelsburg und zum Vatikan. Insbesondere der Vatikan ist am Spätnachmittag empfehlenswert. Zum einen gab es praktisch keine Schlangen mehr, um in den Petersdom zu kommen, zum zweiten gab das Abendlicht eine tolle Beleuchtung auf die Bauwerke ab. Wenn man sich für einen Kuppelaufstieg entscheidet, hat man auch hier genau die richtige Beleuchtung für den Blick auf Rom.

Die Kuppel des Petersdoms im Abendlicht Apropos Kuppel: wer ohne lange Schlange auf die Kuppel möchte, kann einen Trick ausnutzen. Der Aufstieg zur Kuppel schließt laut Aushängen um 17 Uhr. Wenn man aber bereit ist, 2 EUR mehr zu bezahlen und den Aufzug bis auf das Dach der Basilika zu nehmen, kann noch bis 18 Uhr hinauf. Vorteil: nach 17 Uhr gibt es praktisch keine Schlangen mehr und man kommt ohne Probleme auf die Kuppel und wird mit einem tollen Blick belohnt :)

Blick von der Kuppel des Petersdoms über die ewige Stadt

Das teuerste Eis meines Lebens…

Freitag, 05. Oktober 2007

Die Schürze für den schönen Jüngling ;) … habe ich heute gekauft. Ich empfehle dringendst, die Eisdiele “Il Gelato srl” in Florenz an der Ecke Via Roma/Piazza Di San Giovanni nicht ohne ausreichend Geld in der Tasche zu betreten oder vielleicht besser zu meiden. Preise hat die Eisdiele schon besser nicht aushängen (alleine das hätte schon eine Warnung sein sollen), warum auch. Wer unbedarft vier Eis zu je 2 Kugeln bestellt und denkt, so schlimm kann es nicht sein, ist hier schon mal schnell 30 EUR (in Worten: dreißig!) los. Das ist leider kein Scherz. Vier Becher Eis mit je 2 Kugeln haben mich schlappe 30 EUR gekostet. Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen (nicht nur das Eis). Und das wahrscheinlich nur, weil der Dom gleich ums Eck liegt und jeder amerikanische oder japanische Tourist bedingungslos jeden Preis hier bezahlt. Okay, wenigstens hat das Eis vorzüglich geschmeckt.

Achim auf der Domkuppel zu Florenz Trotz dieses Eis-Preis-Ärgernisses war es zum Abschluß der Toskana-Tour noch einmal ein schöner Tag in Florenz. Heute bin ich dann auch in die Dom-Kuppel hochgestiegen (6 EUR kostet der Spaß), von der man einen tollen Blick über die Stadt hat. Wer es nicht so eng mag, sollte vielleicht besser auf die Tour verzichten, das letzte Stück beim Auf- und auch beim Abstieg ist wahrlich nichts für klaustrophobisch veranlagte Leute.

Neue Rolex gefällig?

Mittwoch, 03. Oktober 2007

der schiefe Turm von Pisa Daß Pisa schlimm ist, was fliegende Händler, überwiegend schwarzafrikanischer Herkunft betrifft, die offenbar gefälschte Rolex-Uhren verkaufen wollen (zu den Preisen gibt es nie eine echte Rolex und einen Plastik-Look hat eine echte Rolex mit Sicherheit auch nicht), das wußte ich noch von einem früheren Besuch im Jahre 1994. Daß es aber mittlerweile so schlimm ist, hätte ich nicht gedacht – das ist ein Alptraum. Bereits auf dem Weg zur Piazza Di Miracoli reiht sich eine Souvenir-Bude an die nächste, sitzt ein fliegender Händler mit billigstem China-Spielzeug neben dem nächsten an der Straße. Auf dem Piazza Di Miracoli und in den Seitenstraßen findet sich dasselbe Bild: reihenweise Stände mit billigstem Schund.

Piazza di Miracoli in Pisa mit dem Battistero und dem Dom Was aber noch viel erstaunlicher ist: statt dem Treiben Einhalt zu gebieten, ist man lieber darauf bedacht, die große, grüne Wiese neben dem Dom von Touristen freizuhalten. Wenn es einer wagt, die Wiese zu betreten, und sei es nur für eines der berühmten “Ich-rücke-den-Turm-gerade”-Photos, ist sofort ein Herr mit Trillerpfeife zur Hand, der die Wiese räumt. Neben der Wiese wird einem dann direkt wieder eine Rolex verkauft. ;)

Christian drückt den schiefen Turm noch schiefer ;) Zudem ist es auch hier wieder befremdlich, daß zum Betreten einer katholischen Kirche (zumindest deren Baptisterium) Eintritt gezahlt werden muß, aber daran habe ich mich hier ja fast schon gewöhnt. Dafür haben wir im Baptisterium noch eine beeindruckende Vorführung der Akustik bekommen, die wirklich einzigartig ist.

Ach so: der Turm steht immer noch schief, wir haben ihn nicht gerade gerückt bekommen. ;)

Mittelalter-Manhatten

Montag, 01. Oktober 2007

Türme-Skyline von San Gimignano Heute ging es in das “Manhatten des Mittelalters”: San Gimignano, die Stadt mit den berühmten Geschlechtertürmen auf einem Hügel im Elsa-Tal. Reiseführer sprechen gerne von einer der meistbesuchten Städte der Toskana und das merkte man auch. Die Stadt war doch deutlich voller als beispielsweise Lucca oder Viareggio (was aber auch keine Kunst war ;) ) . Von der Stadtmauer aus hat man einen wundervollen Blick ins Umland.

Sonnenuntergang in Cerreto Guidi Neben diesen Ausblicken wirkt die Stadt meiner Meinung nach jedoch von außen spektakulärer und interessanter, als wenn man in ihr unterwegs ist. Die Stadt lebt eben von ihrer berühmten Silhouette, die man in den Straßen der Stadt gar nicht so wahrnimmt. Einen Besuch ist die Stadt schon wert, aber man sollte auf Basis der Ankündigungen in den Reiseführern nicht zu viel erwarten.

Blick in die weite, hügelige Landschaft um San Gimignano