Totes Rind in Texas
Montag, 11. September 2006
Heute habe ich nicht nur einen neuen US-Bundesstaat, nein, auch gleich ein neues Land gemacht. Herzlich willkommen in Texas (“Proud Home of President George W. Bush”, wie die großen grünen Schilder an der Staatsgrenze verkünden). Am Vormittag bin ich in El Paso eingetroffen und habe zunächst einmal Quartier bezogen. Später ging es zunächst zur Santa Fe Avenue, wo sich reihenweise Parkplätze für Leute befinden, die zu Fuß nach Mexiko wollen (mit dem Auto fährt da freiwillig niemand rüber, und ich weiß mittlerweile auch, warum
). Also habe auch ich das Auto für zwei Dollar Tagespreis abgestellt und los ging es auf Schusters Rappen über die Brücke am Rio Grande nach Mexiko (30 cent Brückenzoll kostet der Spaß, der Rückweg ist mit 35 cent erheblich teurer
). Man landet in der Ciudad Juarez, die, glaubt man Reiseführern, sehenswerter sein soll, als El Paso. Okay, das ist keine Kunst, aber die große Attraktion ist Juarez dann auch nicht. Außer kaputten Straßen und Bürgersteigen (man sollte immer ein Blick auf den Boden haben, um nicht plötzlich in einem Loch zu versinken, wo früher mal ein Kanaldeckel war…) gibt es im wesentlichen einen Hauptplatz mit der Kathedrale, ein paar Straßenzüge und Häuser im typisch spanischen Stil und eine große Markthalle (Mercato Juarez), wo einem zu Spottpreisen Waren aus angeblich echtem Leder angeboten werden. Das beeindruckenste aber ist der Kulturunterschied, man hat ja eigentlich nur einen Fluß überquert…
Nach einem ausgiebigen Bad im Motel-Pool kam dann noch das Highlight des Abends: wenn Texaner eines können, dann ist das Steaks zu grillen
. Ein herrliches Abendessen in einem tollen Steakhouse (Eigenwerbung: “American famoust steak-house”) tröstete auch darüber hinweg, daß das Motelzimmer direkt am Interstate 10 lag und die Nacht nicht ganz sooo ruhig war…