Archiv für die Kategorie ‘New Mexico’

Bye-Bye USA

Freitag, 15. September 2006

Unterwegs auf dem Highway 37 Richtung Carrizozo Der Urlaub ist zu Ende, der Mietwagen ist abgegeben, nun geht es auf den großen Rückflug. Gestern bin ich noch auf einem wunderschönen Scenic Drive rund um Lincoln, Capitan und Ruidoso durch die Mescalero Mountains gefahren. Das ist insofern beeindruckend, als daß man sich phasenweise vorkam, wie in den kanadischen Wäldern, um ein paar Meilen später wieder in der weiten Steppe New Mexicos zu fahren. Wer einmal in der Gegend ist, sollte sich die Zeit nehmen und von Ruidoso aus die Highways 48 und 37 Richtung Carrizozo befahren.

Diese Rundreise hat in jedem Fall wieder sehr viel Spaß und Lust auf mehr gemacht. Es gibt im Südwesten der Vereinigten Staaten noch einige Ecken, die ich immer noch nicht kenne und somit war das mit Sicherheit nicht meine letzte Reise in diesen Landstrich.

Morgen Abend bin ich hoffentlich wieder wohlbehalten in München, pünktlich zur Wies’n…

Fledermäuse auf Betriebsausflug

Dienstag, 12. September 2006

Heute ging die Tour weiter zurück Richtung New Mexico. Ziel war White’s City bzw. die Carlsbad Caverns, was aber so ziemlich dasgleiche ist, weil White’s City nichts anderes darstellt, als die Straßenkreuzung des Highways nach Carlsbad mit der Straße hinauf zu den Caverns, angereichert um eine Tankstelle mit zwei Zapfsäulen, zwei Motels, einem Restaurant, einem Campingplatz und zwei Läden.

Erstaunlicherweise sei angemerkt, daß man hier mitten in der Wüste einen Internetanschluß hat, der sogar mit annähernder ISDN-Geschwindigkeit das ganze Dorf (naja, Dorf ist eigentlich übertrieben) versorgt.

Tief in den Carlsvad Caverns Nachdem überall auf den Broschüren und auch am Visitor Center gewarnt wurde, den Abstieg in die Caverns zu Fuß zu machen, und stattdessen den Express-Lift zu nehmen, war die Entscheidung klar: ich gehe zu Fuß in die Höhlen. Wenn Amerikaner vor einem Fußmarsch warnen, kann er nicht so schwer sein. Ehrlich gesagt: ich kann diese Warnungen auch nicht verstehen. Der Weg durch den Natural Entrance hinunter zum Big Room ist sehr gut zu begehen, es geht eben nur stetig bergab (also nicht unbedingt was für Knieleidende) und langgewachsene Leute müssen an ein paar Stellen auf ihren Kopf achten, was sie aber eh schon gewöhnt sind ;) . Die Höhlen sind in ihrem Ausmaß sehr beeindruckend, insbesondere, wenn man sonst nur Tropfsteinhöhlen aus Deutschland kennt. Besondere Merkmale: ein Express-Lift und ein Schnell-Restaurant in der Höhle. Auf so etwas kommen eben auch nur Amerikaner ;) .

Abends dann ein Schauspiel erster Güte: hunderttausende Fledermäuse suchen ihren Weg aus dem Höhlenausgang, um nachts in der Wüste auf Nahrungssuche zu gehen. Ein sehr beeindruckendes Schauspiel, was ich jedem nur empfehlen kann, der auch abends noch in der Gegend bleibt. Leider darf man keine elektrischen Geräte (also auch keine Photokameras) verwenden, um die empfindlichen Peilungen der Fledermäuse nicht zu stören, daher kann ich leider keine Bilder von diesem Ereignis anbieten. Aber Ansehen sollte man sich das Spektakel in jeden Fall.

Blick vom Plateau der Carlsbad Caverns in die Chihuahua Desert im Abendlicht

Weißer Sand

Sonntag, 10. September 2006

Die heutige Etappe führte über den Highway 54 nach Alamogordo und weiter in das White Sands National Monument. Das heißt nicht nur so, das sieht auch so aus ;) . Aber der Reihe nach. Der Highway 54 ist besonders für Eisenbahn-Fans sehr zu empfehlen, verläuft doch die Hauptstrecke von Santa Fe in Richtung El Paso immer schön parallel zum Highway; man bekommt also oft mal etwas zu sehen.

Von Alamogordo sind es dann rund 17 Meilen in Richtung Las Cruces, bis man das White Sands National Monument erreicht (auf dem Rückweg ist übrigens auf dem Highway ein Fahrradweg ausgewiesen, sehr erstaunlich). Da das ganze Gebiet in einem Missile-Testgebiet liegt, sollte man sich vorher schlau machen, ob nicht gerade der Highway und das National Monument wegen aktueller Tests geschlossen ist (da kennen die Amis ja nichts, die sperren einfach Highways und Nationalparks, wenn sie Raketen testen). Aber Glück gehabt, heute war alles geöffnet. Okay, das ist nicht ganz richtig, da wegen der starken Gewitter in der Nacht zuvor einige Bereiche des Parks wegen Überflutung geschlossen waren, der geöffnete Teil des Parks reichte aber auch schon für einen tollen Eindruck von Landschaft, Flora und Fauna.

Die weißen Dünen des White Sands National Monument Im White Sands National Monument ist der Name Programm: schneeweiße Dünen, in denen man nach Lust und Laune herumwandern darf und diese tolle Landschaft genießen kann. Amerikaner nutzen die Dünen zusätzlich zum Schlittenfahren und Rodeln (kein Witz, eine Plastikschüssel unter den Allerwertesten geklemmt und heruntergerutscht). Man sollte sich wirklich Zeit nehmen, mal in Ruhe durch die Dünen zu wandern und dabei die Sonnenbrille nicht vergessen, die Sonneneinstrahlung ist durch die Reflektion der weißen Dünen recht stark. Witzigerweise trifft man hier sogar recht viele Deutsche. Im Motel wohnte eine weitere Reisegruppe aus München, im National Monument traf ich noch zwei weitere deutsche Reisegruppen. Erstaunlich für diese Gegend, die eigentlich nicht mehr als Touristenmekka bekannt ist.

Morgen geht es dann weiter nach El Paso und Mexiko.

Die weißen Dünen des White Sands National Monument

Zelt-Felsen

Samstag, 09. September 2006
Kasha Katuwe Tent Rocks National Monument Kasha Katuwe Tent Rocks National Monument ist eines der jüngsten Monumente Amerikas. Das merkt man schon daran, daß die Anfahrt noch über eine Schotterpiste erfolgt. Aber die Mühe lohnt. Geboten wird eine grandiose Landschaft, die die Natur über tausende Jahre aus dem Fels gewaschen hat. Bizarre Felsformationen wie hunderte Hütchen (oder eben Zelte) säumen den Canyon, durch den man auf einem teilweise recht schwer zu begehenden Weg langsam hoch auf das Plateau wandern kann. Festes Schuhwerk ist also Pflicht. Das gilt besonders auch aus dem Grund, daß einem auf dem Trail auch schon mal die eine oder andere Schlange über den Weg kriechen kann. Klapperschlangen habe ich aber nicht gesichtet (ich habe aber auch nicht unbedingt großen Wert darauf gelegt) ;) .
Kasha Katuwe Tent Rocks National Monument Dieses National Monument ist ein absoluter Geheimtipp (noch!), da es derzeit noch in keiner Karte wirklich verzeichnet ist und auch in fast keinem Reiseführer auftaucht. Man erreicht es vom Interstate 25 Richtung Santa Fe aus, indem man die Abfahrt am Highway 22 nimmt und dieser in nördlicher Richtung folgt. In Höhe des Conchiti Lakes muß man links abbiegen in Richtung Conchiti Pueblo. In Conchiti Pueblo ist das Monument dann ausgeschildert, hinter dem Ort beginnt dann auch sehr bald die Schotterpiste. Aufgrund der Unbekanntheit sind auch nur sehr wenige Touristen dort unterwegs und man kann wirklich in Ruhe diese Landschaft genießen.

Kasha Katuwe Tent Rocks National Monument

Fiesta in Santa Fe

Freitag, 08. September 2006

Wandmalereien in der Burro Alley in Santa Fe Wie schon angedroht: heute ging es nach Santa Fe. Leider war das Wetter noch eine Spur schlechter. Es war nicht nur regnerisch, nein, es hat auch ein paar Mal gut geregnet. Zudem waren dann die ganzen Parkplätze noch extra teuer wegen einer Großveranstaltung. Diese nennt sich Fiesta Santa Fe und verwandelt die historische Plaza in der Stadtmitte in ein halb-mexikanisches Volksfest mit vielen Freßbuden und Folklore-Aufführungen auf einer Showbühne.

Insgesamt ist Santa Fe eine sehr schöne Stadt, leider hat der Regen das Vergnügen etwas geschmälert. Ich würde gerne noch mal bei besserem Wetter auf Besichtigungstour gehen.